Weite Reise und große Bühne in Dresden

Weite Reise und große Bühne in Dresden

Beim Tabellenvierten Dresdner SC wollen die Skurios Volleys mit Mut auftreten und SPORT1 überträgt live im Free-TV

Die Skurios Volleys Borken machen sich am Freitagmittag auf den Weg – es ist die mit Abstand längste Auswärtsreise dieser spannenden Premierensaison in der 1. Volleyball-Bundesliga der Frauen. Über 600 Kilometer liegen vor dem Team, quer durch Deutschland von der niederländischen Grenze bis in die sächsische Landeshauptstadt Dresden – und später wieder zurück. Wenn der Bus von Dziambor Reisen am Sonntagmorgen ins Westmünsterland zurückkehrt, werden mehr als 1.200 Kilometer auf dem Tacho stehen. Dazwischen wartet ein echtes Highlight: das Gastspiel beim etablierten Dresdner SC in der beeindruckenden Margon Arena.

„Solche langen Fahrten sind natürlich eine Herausforderung“, sagt Trainerin Danuta Brinkmann. Gleichzeitig weiß sie um den Wert solcher Reisen für das Teamgefüge. „Im Bus haben wir Zeit füreinander. Jede Spielerin hat zwei Plätze, kann die Beine hochlegen, entspannen oder einfach mal abschalten. Das schweißt zusammen.“

Der Reiseplan ist straff: Abfahrt am Freitagmittag in Borken, unterwegs ein gemeinsames Abendessen in der Region Leipzig, gegen 21 Uhr der Check-in im Hotel nahe der Arena. Am Samstagvormittag steht eine einstündige Trainingseinheit auf dem Programm – Aufschlag, Annahme, Block-Timing, schnelle Angriffe: der letzte Feinschliff vor dem großen Auftritt. Am Samstagnachnachmittag dann erfolgt um 17:15 Uhr der erste Aufschlag, live übertragen von SPORT1. Eine Bühne, die die Skurios Volleys in ihrer ersten Bundesligasaison nutzen wollen.

Der Dresdner SC präsentiert sich aktuell in starker Verfassung. Mit 34 Punkten aus 16 Spielen belegt das Team Rang vier, zwölf Siege sprechen eine klare Sprache. Niederlagen gab es lediglich gegen die Top-Teams aus Stuttgart (zweimal), Schwerin und Münster. Zuletzt feierte Dresden zwei überzeugende 3:0-Erfolge gegen Hamburg und Aachen. Auch international sammelte man Selbstvertrauen: Im CEV-Pokal-Viertelfinale am Donnerstagabend gelang ein klarer 3:0-Heimsieg (25:19, 25:22, 25:17) gegen Volley Mulhouse Alsace. „Dresden ist qualitativ top besetzt“, weiß Brinkmann. „Sie haben viele Varianten, starke Spielerinnen auf jeder Position und zahlreiche Optionen von der Bank. Trainer Alexander Waibl kann flexibel reagieren und immer wieder frische Kräfte bringen. Das macht sie gefährlich.“

Die Skurios Volleys reisen jedoch nicht als Statisten an die Elbe. „Wir wollen uns nicht verstecken“, betont die Trainerin. „Wir fahren hin, um mutig zu spielen, uns zu strecken und das Spiel zu genießen. Gerade gegen solche Gegner sieht man, wo man steht.“ Dass Dresden kurz zuvor international im Einsatz war, registriert man in Borken durchaus. „Vielleicht steckt das noch ein bisschen in den Knochen – vielleicht auch nicht“, sagt Brinkmann mit einem Schmunzeln. „Aber wir schauen vor allem auf uns. Entscheidend ist, das wir sportlich selbst überzeugen.“

Erinnerung ans Hinspiel: Am 7. Dezember 2025 setzte sich Dresden in der Mergelsberg-Halle mit 3:0 durch – nach 80 Minuten war das Match entschieden. Dennoch setzten die Skurios Volleys damals ein kleines Ausrufezeichen. „Das war ein gutes Signal“, findet Brinkmann. „Seitdem haben wir uns weiterentwickelt. Wir sind stabiler geworden, mutiger im Angriff, sicherer in der Annahme. Diesmal wollen wir deutlich mehr Widerstand leisten. Und wer weiß – vielleicht springt sogar mehr dabei heraus.“

Für das Team ist das Spiel in Dresden eine der letzten großen Bühnen dieser Saison. Die Atmosphäre in der Margon Arena, die Volleyball-Begeisterung in der Stadt – am Samstagnachmittag findet dort bereits das Zweitliga-Spiel VCO Dresden gegen Stralsund statt – und die Live-Übertragung bei SPORT1 verleihen der Partie zusätzlichen Glanz.

Am Sonntagabend geht es dann direkt zurück, die Ankunft in Borken ist für den frühen Montagmorgen geplant. Danuta Brinkmann sieht auch darin Positives: „Wenn wir uns mit einer richtig guten Leistung belohnen, fühlt sich die Rückfahrt gleich ganz anders an – leichter, stolzer. Solche Reisen können ein Team noch enger zusammenschweißen.“

Für alle, die nicht in der Margon Arena dabei sein können, gibt es die Partie live im Free-TV auf SPORT1 sowie parallel im kostenpflichtigen Stream bei Dyn zu sehen.

Text: Thomas Hacker
Foto: Kevin Mattig