Letzte Auswärtsfahrt führt nach Flacht
Letzte Auswärtsfahrt führt nach Flacht
Beim Mitaufsteiger Binder Blaubären TSV Flacht wollen die Skurios Volleys eine starke Premieren-Saison im Bundesliga-Oberhaus krönen
Die letzte Auswärtsreise der Saison führt die Skurios Volleys in den Süden Deutschlands. Rund 460 Kilometer liegen zwischen Borken und Flacht, wo das Team am Samstagabend um 19.30 Uhr bei den Binder Blaubären TSV Flacht antritt. Für beide Mannschaften ist es ein besonderes Duell: Zwei Teams, die sich seit Jahren kennen, treffen im Oberhaus erneut aufeinander.
Die Binder Blaubären gehören seit der Einführung der 2. Volleyball Bundesliga Pro zu den Wegbegleitern der Skurios Volleys. Mehrfach kreuzten sich in den vergangenen Jahren die Wege der beiden Vereine. Nun kommt es im Saisonendspurt der Bundesliga noch einmal zu diesem Aufsteigerduell – und das vor einer beeindruckenden Kulisse. Die Blaubärenhöhle, die Heimspielstätte der Gastgeberinnen, ist auch für dieses Spiel ausverkauft. Wie eigentlich immer in dieser Saison.
Die Mannschaft aus Flacht steht derzeit mit sieben Punkten auf Tabellenplatz zehn. Dabei haben die Blaubären in dieser Saison durchaus gezeigt, dass sie auch gegen etablierte Teams bestehen können. Auswärts gelang ihnen ein Sieg beim ETV Hamburger Volksbank Volleys, zudem gab es eine knappe 2:3-Niederlage gegen die Hanseatinnen. Ein echtes Ausrufezeichen setzte das Team vor wenigen Wochen mit einem 3:1-Heimsieg gegen den VC Wiesbaden. Seit Beginn der Saison steht Manuel Hartmann an der Seitenlinie der Binder Blaubären und versucht, dem Team in seiner ersten Bundesligaspielzeit Stabilität zu geben.
Auch für die Skurios Volleys ist es ein besonderer Abend. Für Trainerin Danuta Brinkmann wird es das letzte Spiel in ihrer Rolle an der Seitenlinie der Borkenerinnen sein. Nach vielen erfolgreichen Jahren verabschiedet sich die 61-Jährige in den Ruhestand – zumindest vorerst. Entsprechend emotional dürfte diese Partie für sie und die Mannschaft werden.
Sportlich reisen die Skurios Volleys mit Rückenwind nach Baden-Württemberg. Erst am vergangenen Wochenende gelang ein überraschend deutlicher 3:0-Heimsieg gegen Schwarz-Weiß Erfurt. Gegen den Bundesliga-Aufsteiger der Vorsaison zeigte das Team eine sehr konzentrierte Leistung und belohnte sich mit einem weiteren Erfolgserlebnis in seiner Premierensaison im Oberhaus.
Danuta Brinkmann zeigte sich vor der Abfahrt zufrieden mit der Entwicklung ihrer Mannschaft. „Man merkt, wie sehr sich das Team im Laufe der Saison gesteigert hat. Wir spielen inzwischen deutlich mutiger und lassen uns auch von Rückschlägen nicht mehr so schnell aus der Ruhe bringen“, sagte die Trainerin. Gleichzeitig wisse man aber auch, dass Flacht gerade im letzten Heimspiel noch einmal alles investieren werde.
Die Erinnerungen an das Hinspiel sind bei den Skurios Volleys durchweg positiv. Kurz vor dem Jahreswechsel 2025 feierten sie gegen die Binder Blaubären einen 3:0-Erfolg – zugleich der erste Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte. Dieses Erfolgserlebnis war ein wichtiger Moment für das Team, das sich danach immer besser in der Liga zurechtfand. Es folgten unter anderem zwei gewonnene Sätze gegen den SSC Palmberg Schwerin sowie ein weiterer Sieg im Aufsteigerduell mit dem ETV Hamburger Volksbank Volleys.
„Wir kennen Flacht sehr gut und wissen, was auf uns zukommt“, erklärte Brinkmann. Im Training sei deshalb vor allem an Details gearbeitet worden. „Wir müssen in manchen Situationen noch schneller und konsequenter punkten. Wenn uns das gelingt, können wir auch dort ein gutes Spiel machen.“
Das gilt umso mehr, weil die Skurios Volleys noch ein sportliches Ziel vor Augen haben. Als bester Aufsteiger der Saison wollen sie ihre erste Bundesliga-Spielzeit beenden. Dafür benötigen sie in Flacht mindestens zwei gewonnene Sätze – doch Brinkmann denkt gar nicht erst in solchen Szenarien. „Wir fahren dorthin, um zu gewinnen. Alles andere spielt in meinen Gedanken keine Rolle“, sagte sie mit einem Lächeln.
Die Stimmung im Team ist entsprechend positiv. Nach einer langen Saison wollen die Skurios Volleys noch einmal zeigen, wie sehr sie sich in den vergangenen Monaten entwickelt haben. Gleichzeitig soll es ein würdiger Abschied für ihre Trainerin werden, die das Team in der letzten Saison zur Meisterschaft in der 2. Bundesliga Pro geprägt hat.
„Natürlich wäre ein Sieg zum Abschluss eine schöne Geschichte“, sagt Brinkmann. „Aber unabhängig vom Ergebnis bin ich unglaublich stolz auf diese Mannschaft. Sie hat sich Schritt für Schritt zu einem echten Bundesligateam entwickelt.“
Die Partie wird im Livestream bei Dyn übertragen:
https://www.dyn.sport/event/Binder_Blaub%C3%A4ren_TSV_Flacht_Skurios_Volleys_Borken_100708
Text; Thomas Hacker
Foto: Kevin Mattig