Große Freude, Kampfgeist und das Publikum im Rücken
Große Freude, Kampfgeist und das Publikum im Rücken
Skurios Volleys stellen bei Bleker ihr Team für die zweite Saison in der DEKRA 1. Bundesliga vor
„Große Freude, Kampfgeist und das Publikum im Rücken.“ Kira Walkenhorst musste am Mittwochabend nicht lange überlegen, als Moderator Stefan Olschewski sie fragte, welche Emotion sie ihrer Mannschaft für die Heimspiele der neuen Saison mitgeben möchte. Eigentlich sollte sich die neue Cheftrainerin auf eine einzige beschränken, doch daraus wurden kurzerhand drei.
Mehr als 100 Gäste waren zur Saisonvorstellung der Skurios Volleys ins Autohaus Bleker an der Königsberger Straße 3 in Borken gekommen. Sponsoren, Fans, Helferinnen und Helfer lernten dort die Mannschaft kennen, die nun in ihre zweite Spielzeit in der DEKRA 1. Bundesliga Frauen geht. Durch den Abend führte erneut Stefan Olschewski vom Sponsoring-Partner d.velop, der bereits in den vergangenen Jahren die Saisonvorstellungen moderiert hatte und Spielerinnen sowie Umfeld seit Jahren gut kennt.
Für Kira Walkenhorst beginnt dabei ein neuer Abschnitt. Die Beachvolleyball-Olympiasiegerin von Rio 2016 gehörte in der vergangenen Saison bereits als Co-Trainerin zum Skurios-Team und trägt nun erstmals als Cheftrainerin einer Hallenmannschaft die sportliche Verantwortung. Ihr Wunsch für die kommenden Monate ist dabei recht klar: Das, was sich die Mannschaft im Training erarbeitet, soll sie möglichst konstant auch im Spiel zeigen.
14 Spielerinnen gehören zum Kader für die Saison 2026/27. Neu dabei sind Außenangreiferin Maja Nöhrer, Zuspielerin Antonia Greskamp, Außenangreiferin Theresa Naßmacher und Libera Antonia „Toni“ Tebroke. Während Nöhrer und Greskamp von außen nach Borken kommen, schaffen Naßmacher und Tebroke den Sprung aus der eigenen Nachwuchsarbeit in den Bundesliga-Kader.
Maja Nöhrer kommt aus Österreich und spielte zuletzt zwei Jahre in den USA. Die Außenangreiferin gehörte zudem zum erweiterten Kreis der österreichischen Nationalmannschaft. Zuspielerin Antonia Greskamp wechselte vom Ligakonkurrenten Schwarz-Weiß Erfurt nach Borken und wünschte sich bei ihrer Vorstellung vor allem „eine geile Zeit“, gute Spiele mit der Mannschaft und gemeinsam das Beste herauszuholen.
Für Theresa Naßmacher und Toni Tebroke hat der Schritt in den Erstliga-Kader noch einmal eine andere Bedeutung. Beide durchliefen die Nachwuchsarbeit des RSV Borken und standen zuletzt für die zweite Mannschaft auf dem Feld. Mit Außenangreiferin Naßmacher und Libera Tebroke schaffen damit erneut zwei Spielerinnen aus der eigenen Borkener Jugend den Weg bis in die höchste deutsche Spielklasse.
Wie prägend solche Vorbilder sein können, erzählte Theresa Naßmacher auf der Bühne. Die Velenerin sah früher Linda Bock, die erst in Velen spielte und dann nach Borken wechselte, spielen und wollte diesen Weg selbst gehen. Linda Bock schaffte es später als Libera über die Bundesligisten USC Münster, Dresdner SC und SSC Palmberg Schwerin bis in die deutsche Nationalmannschaft, ehe sie ihre Hallenkarriere beendete und in den Beachvolleyball wechselte.
Eine ähnliche Geschichte hat Diagonalangreiferin Marika Loker zu erzählen, die nun schon in ihre vierte Saison im Skurios-Trikot geht. Sie saß früher gemeinsam mit ihrer Mutter bei einem Skurios-Spiel auf der Tribüne und sah dort Außenangreiferin Fabienne Coenders spielen – mit dem Wunsch, es ihr irgendwann nachzumachen. Heute stehen beide gemeinsam in der 1. Bundesliga auf dem Feld.
Für Fabienne Coenders ist die neue Spielzeit längst nicht mehr die erste in Borken. Die Niederländerin geht bereits in ihre neunte Saison bei den Skurios Volleys und führt die Mannschaft nun im vierten Jahr als Kapitänin aufs Feld. Damit ist sie nicht nur sportlich eine der erfahrensten Spielerinnen des Kaders, sondern auch eine wichtige Bezugsperson für die jungen Spielerinnen, die inzwischen selbst aus der RSV-Jugend nachrücken.
Auch Diagonalangreiferin Liza Kastrup bleibt Teil der Mannschaft. Nach ihrem zunächst angekündigten Abschied entschied sie sich nach weiteren Gesprächen mit Kira Walkenhorst und dem guten Gefühl nach dem letzten Heimspiel gegen Erfurt doch für eine weitere Saison in Borken. Bei der Teamvorstellung wünschte sie sich vor allem, dass die Mannschaft weiter zusammenwächst und dadurch gemeinsam viel erreichen kann.
Stefan Olschewski nahm sich bei der Vorstellung Zeit für jede einzelne Spielerin. Ganz ohne kleine Herausforderungen kamen sie allerdings nicht von der Bühne, denn zum Abschluss hieß es jeweils „Wahrheit oder Pflicht“. So bekam die dänische Libera Ditte Kjær Hansen die Aufgabe, bis zum Ende ihres Interviews jeden Satz mit dem Wort „Gurke“ zu beenden. Mittelblockerin Lara Kretschmer erwischte eine andere Aufgabe. Sie sollte 30 Sekunden lang ohne Unterbrechung künstlich lachen und hielt erstaunlich gut durch. Die kleinen Aufgaben sorgten für einige Lacher im Publikum und ließen neben den sportlichen Fragen auch die Persönlichkeiten der Spielerinnen zum Vorschein kommen. Auch Kira Walkenhorst musste sich Fragen abseits von Taktik und Training stellen. Wenn es nach einem guten Spiel etwas zu feiern gebe, dürfe nach ihrer Vorstellung auch das dazugehören – aber erst nach dem Spiel.

Auch das Trainerteam geht in einer neuen Zusammensetzung in die Saison. Kira Walkenhorst wird von Maria Walkenhorst und Frank Steverding als Co-Trainer unterstützt, während Lea Hacker mittlerweile in ihre vierte Saison bei den Skurios Volleys geht. Als Scout und Co-Trainerin liefert sie dem Trainerteam unter anderem während der Spiele die statistischen Auswertungen.
Im medizinischen und physiotherapeutischen Bereich setzen die Skurios Volleys dagegen weitgehend auf bekannte Gesichter. Dr. Holger Klinkenbusch bleibt Mannschaftsarzt, zum Physio-Team gehören weiterhin Sepp Jüditz, Fabienne Huyers und Marius Lange. Neu hinzu kommen Maja Bonhoff und Felix Büscher, während Tim Lange auch in der neuen Saison als Fitnesstrainerin tätig ist.
Im Rahmen der Saisonvorstellung übergab Bleker außerdem Fiat 600 als Poolfahrzeuge für die Vereins- und Teamorganisation an den RSV Borken und die Skurios Volleys. Die Fahrzeuge stehen für Fahrten im Rahmen des Vereins- und Spielbetriebs zur Verfügung. Sie erleichtern damit insbesondere die zahlreichen Wege, die rund um Training, Spiele und Vereinsorganisation anfallen.
Die Verbindung zwischen Bleker und dem heutigen RSV Borken reicht viele Jahre zurück. Aus dem Borkener Unternehmen ist im Laufe der Zeit eine deutlich größere Unternehmensgruppe geworden, das Engagement für den Sport vor Ort ist dennoch geblieben. Dass die Mannschaft auch in diesem Jahr im Autohaus vorgestellt werden konnte, ist deshalb ein schönes Zeichen dieser langjährigen Verbundenheit.
Für die Bewirtung der mehr als 100 Gäste sorgte an diesem Abend DAS Fleisch aus Barlo. Unser Dank gilt Bleker für die Gastfreundschaft und die langjährige Unterstützung, DAS Fleisch für das Catering sowie allen Sponsoren, Partnern und Fans, die zur Saisonvorstellung gekommen waren. Gerade auf dem Weg durch die zweite Saison in der DEKRA 1. Bundesliga ist diese Unterstützung für die Skurios Volleys von großer Bedeutung.
Dazu gehören auch die vielen Menschen von Skurios@Work, ohne die die Heimspiele in der Mergelsberg-Sporthalle nicht möglich wären. Bei jedem Spieltag übernehmen zahlreiche Helferinnen und Helfer Aufgaben rund um Aufbau, Einlass, Organisation und Ablauf – vieles davon lange bevor der erste Ball gespielt wird und nachdem die Zuschauer die Halle bereits wieder verlassen haben. Auch ihnen gilt ein großes Dankeschön für die Zeit und Arbeit, die sie immer wieder für die Skurios Volleys einbringen.
Nun beginnt für die Skurios Volleys das zweite Jahr in der höchsten deutschen Spielklasse und für Kira Walkenhorst das erste als Cheftrainerin. Der Kader verbindet Spielerinnen mit langjähriger Borkener Geschichte, neue Impulse von außen und erneut Talente aus der eigenen Jugend. Was dabei in der „Meggi“ zu spüren sein soll, hat Walkenhorst bei der Saisonvorstellung schon vorgegeben: große Freude, Kampfgeist und das Publikum im Rücken.
Text und Foto: Thomas Hacker