Fünf Sätze, viel Mut und ein richtig guter Härtetest

Fünf Sätze, viel Mut und ein richtig guter Härtetest

Beim ersten Duell mit Draisma Dynamo Apeldoorn liefern wir uns mit dem niederländischen Spitzenclub einen spannenden Test über die volle Distanz. Zwei Wochen vor dem Bundesliga-Start nehmen wir daraus viele Erkenntnisse mit – und vor allem viel Mut im Angriff.

Manchmal sagt ein 2:3 ziemlich wenig darüber aus, wie zufrieden man nach einem Volleyball-Nachmittag nach Hause geht. So war es am Samstag in unserer Meggi. Schon vor Monaten hatten wir das Testspiel gegen Draisma Dynamo Apeldoorn vereinbart, nun standen sich beide Teams zum ersten Mal überhaupt gegenüber. Und während draußen bestes Spätsommerwetter herrschte, bekamen die Zuschauerinnen und Zuschauer drinnen einen spannenden Volleyball-Nachmittag über die volle Distanz geboten. Am Ende setzte sich der Gast aus den Niederlanden hauchdünn mit 3:2 durch.

Mit Draisma Dynamo wartete dabei genau die Art von Gegner auf uns, die wir uns zwei Wochen vor dem Start in die Bundesliga wünschen. Die Mannschaft aus Apeldoorn gehörte in der vergangenen Saison zu den besten Teams der niederländischen Eredivisie, erreichte das Halbfinale um die Meisterschaft und war zudem im europäischen Challenge Cup unterwegs. Ein echter Härtetest also – und einen, den wir vom ersten Ballwechsel an annahmen. Mit viel Druck, Tempo und Entschlossenheit holten wir uns den ersten Satz klar mit 25:16. „Die haben losgelegt wie die Raketen“, beschrieb Trainerin Kira Walkenhorst unseren Auftakt später.

Dass Vorbereitungsspiele aber gerade dann besonders wertvoll werden, wenn nicht alles reibungslos läuft, zeigte sich in den folgenden Durchgängen. Apeldoorn erhöhte den Druck, bei uns schlichen sich mehr Fehler ein und der zweite Satz ging mit 17:25 an die Gäste. Der dritte Durchgang entwickelte sich anschließend zu einem engen Duell, in dem beide Mannschaften ihre Chancen hatten und Dynamo schließlich mit 27:25 die Nase vorn hatte. Unsere Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Mit einem deutlichen 25:15 meldeten wir uns im vierten Satz zurück und erzwangen den Tiebreak. Auch der blieb bis in die Crunchtime hinein völlig offen, ehe Apeldoorn beim 17:15 den entscheidenden Punkt setzte.

Das Ergebnis war an diesem Nachmittag allerdings nur ein Teil der Geschichte. „Wir haben viel ausprobiert. Deshalb war es ein super Test“, bilanzierte Kira Walkenhorst. Besonders zufrieden war unsere Trainerin mit der Art und Weise, wie wir offensiv auftraten: „Wir haben sehr variabel und mutig im Angriff agiert, das hat mir gut gefallen.“ Genau darum geht es in dieser Phase der Vorbereitung: Lösungen finden, Verantwortung übernehmen, auch unter Druck mutig bleiben – und gegen einen Gegner mit hoher Qualität sehen, welche Dinge schon funktionieren und wo noch Feinschliff gefragt ist.

Dabei mussten wir auf Kapitänin Fabienne Coenders verzichten, die verletzungsbedingt ersetzt wurde. Wieder mit an der Seitenlinie war dagegen Co-Trainer Frank Steverding. Er war nach einer bereits vor seiner Verpflichtung gebuchten Urlaubsreise zurückgekehrt und konnte nun gemeinsam mit Kira Walkenhorst die nächsten Erkenntnisse aus der Vorbereitung sammeln. Maria Walkenhorst verfolgte das erste Duell mit Apeldoorn diesmal aus dem Publikum.

So bleibt von diesem Samstag weit mehr als eine knappe 2:3-Niederlage. Es bleiben fünf intensive Sätze gegen einen starken internationalen Gegner, viele gute Momente, viel Tempo und Angriffslust – und gleichzeitig genügend Aufgaben für die kommenden Trainingseinheiten. Genau dafür sind solche Spiele da. Bevor es in zwei Wochen in der Bundesliga ernst wird, wartet noch eine letzte Standortbestimmung: Am Freitag, 2. Oktober, um 18 Uhr treten wir zur Generalprobe beim USC Münster an.

Weitere Fotos zum Testspiel findet Ihr in der Galerie auf unserer Homepage

Text und Foto: Thomas Hacker