An Suhl führte kein Weg vorbei
An Suhl führte kein Weg vorbei
Trotz eines engagierten Auftritts verlieren die Skurios Volleys das Zoi DVV-Pokal-Viertelfinale gegen den VfB Suhl LOTTO Thüringen mit 0:3
Die 521 Fans in der Mergelsberg-Sporthalle hatten sich auf einen besonderen Pokalabend gefreut – und bekamen ihn auch. Zwar ohne die große Überraschung, aber dafür mit einem Borkener Team, das kämpfte, biss und immer wieder seine Momente hatte. Für einen oder mehrere Satzgewinne gegen den VfB Suhl LOTTO Thüringen reichte es am Samstagabend zuhause dennoch nicht: Zu konstant, zu routiniert und zu sauber spielte der VfB seine Linie durch. Am Ende stand nach 70 gespielten Minuten ein 0:3 (22:25, 19:25, 18:25), das klar aussieht, aber in vielen Phasen durchaus enger war, als das Ergebnis vermuten lässt.
Der erste Satz begann am Samstagabend für die Skurios Volleys mit einem klassischen Fehlstart. Suhl dominierte von Beginn an, legte mit druckvollen Aufschlägen und konsequenten Angriffen ein 1:6 vor. Die Gastgeberinnen mussten früh in die Auszeit, fand danach aber besser ins Spiel und verkürzte auf 4:6. Suhl antwortete mit der nächsten Serie, zog auf 5:10 und später 10:17 davon. Doch wer dachte, der Satz sei gelaufen, sah sich getäuscht. Angetrieben von Fans und druckvollen Aufschlägen von Borkens Mittelblockerin Lara Kretschmer kamen die Skurios Volleys in der Crunchtime und trotz acht Satzbällen der Gäste plötzlich wieder heran, über 17:24, 19:24 und 21:24. Die Meggi stand kurzzeitig Kopf. Doch ein sauberer Suhler Abschluss beendete den Durchgang mit 22:25.
„Im ersten Satz machen wir in der entscheidenden Phase zu viele eigene Fehler“, sagte Danuta Brinkmann. Sie betonte, dass ihre Mannschaft eigentlich immer wieder gut aufschließt, sich aber durch die verschlagenen Aufschläge selbst um die Chance bringt. Für sie sei es schade gewesen, weil die Skurios den Satz bis zum Schluss offen gehalten hätten und mit ein bisschen mehr Konsequenz sogar hätten drehen können.
„Im zweiten Satz starten wir eigentlich wieder gut und haben sogar einen Vorsprung“, sagte Danuta Brinkmann rückblickend. Danach sei aber genau das passiert, was man gegen Suhl nicht passieren lassen dürfe: ein kurzes Einbrechen nach ein, zwei Fehlern. Dadurch hätte sich ihr Team selbst aus dem Rhythmus bringen lassen. Trotzdem sei es schon ein Stück besser gewesen als zuletzt in Aachen, wo die Stabilität über längere Strecken gefehlt habe.
Mit unveränderter Aufstellung ging es in den dritten Satz – und auch der begann ausgeglichen. Bis zum 5:7 hielt Borken gut dagegen, dann erhöhte Suhl wieder den Druck. Ein 5:8, ein 6:11 – und die nächste Auszeit der Gastgeberinnen. Der VfB spielte jetzt fast fehlerfrei, setzte sich über 8:15 und 11:21 ab. Borken wechselte, suchte neue Impulse, fand aber nur phasenweise Lösungen. Eine kurze Serie zum 14:22 zeigte noch einmal das Potenzial der Heimsechs. Doch Suhl erspielte sich beim 14:24 gleich zehn Matchbälle. Borken wehrte noch ein paar davon ab, kämpfte sich auf 17:24, doch am Ende verwandelte der Favorit mit 18:25 und machte den 3:0-Auswärtssieg perfekt.
„Es gibt immer noch Phasen, in denen wir zu viele leichte Fehler machen“, erklärte Brinkmann. Suhl sei kein Gegner, der so etwas ungestraft lasse. Besonders im Aufschlag müsse ihr Team die geplante Linie konsequenter umsetzen. Trotz der Niederlage nahm die Trainerin vom DVV-Pokalabend auch viel Positives mit. „Das war ein Spiel, das uns für die nächsten Aufgaben aufbauen kann.“ Die Mannschaft habe gezeigt, dass sie jeden Gegner ins Grübeln bringen könne, wenn Annahme und Aufschlag stabil laufen. Dass Suhls Trainer die Motivation und die Probleme, die Borken ihnen bereitet habe, ausdrücklich erwähnte, war dabei ein willkommenes Kompliment.
Beim Gegner, der nun im Halbfinale zuhause den Dresdner SC empfangen wird, sah sie Zuspielerin Lara Nagels als die wertvollste Spielerin der Partie. Mit der silbernen MVP-Medaille konnte auf Seiten der Skurios Volleys Diagonalangreiferin Liza Kastrup nach Hause gehen.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie wertvoll dieser Pokalabend war. Münster, Erfurt, Dresden – drei Spiele, in denen es wieder Punkte gibt und in denen die Skurios Volleys ihren nächsten Schritt machen wollen. Und der Samstag hat gezeigt: Das sportliche Potenzial dazu ist definitiv da.
Hier gibt es weitere Bilder vom Pokalabend.
Text und Foto: Thomas Hacker